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  • Artists‘ Journals – Skizzentagebücher

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    Immer wieder tauche ich in die tiefen des Webs um nach ganz besonderen Perlen zu suchen. Neu müssen sie sein, mein Interesse in einer Richtung weiter führen und mich insprieren. Meist beginnt meine Suche bei Büchern über ein Thema. Weiter geht es dann über die Autoren, Verlage oder Rezensenten zu den Webseiten. Oftmals sind es Blogs, in den Blogrolls und Kommentaren finde ich dann weitere Links und Seiten und manchmal liegt plötzlich ein neues Feld vor mir, wie eine endlose Wiese voller Blumen, die ich nie zuvor erblickt habe. Dann hüpft mein Herz und ich schlendere genießerisch von Blume zu Blume, um sie zu bestaunen, daran zu riechen und mich zu wundern, wie groß und weit doch die kreative Welt ist und wie schön es ist, daß es immer noch neue Dinge zu entdecken gibt. Hach, was spreche ich heute „blumig“ aber das Thema hat es verdient.

    Meine Affinität zu Büchern, die nicht nur in meinen Bücherbildern zum Ausdruck kommt, sondern auch darin, daß ich an keinem Blanko-Buch im Laden vorbeigehen kann ohne zumindest die Papierqualität durch reiben einer Seite zwischen meinen Fingern zu prüfen (meist wird man enttäuscht, die meisten Blanko-Bücher haben – wenn sie nicht in einem Laden für Künstlerbedarf liegen – eine mieserable Qualität), gehört einfach zu meinem Leben dazu. Mein erster Büchereiausweis war eine genau so große Offenbarung wie ein Buchbinde-Workshop an dem ich einmal teilgenommen habe. Immer wieder führe ich auch Skizzenbücher, die Zeit der Tagebücher liegt leider schon etwas weiter zurück.
    Seit dem Beginn meines jüngsten Skizzenbuches im Herbst vergangenen Jahres, welches sich ausschließlich mit „wirklich echt gesehenen Situationen“ beschäftigt, wuchs mein lang gehegter Wunsch, das Skizzenbuch als eine Art Journal des Lebens zu führen, aber eben mehr visuell als ein Tagebuch und Emotionaler als der Eintrag in einem Kalender. Der Wunsch war da, aber die Idee, es in eine konkrete Form umzusetzen, fehlte. Und dann stand ich plötzlich auf dieser Wiese mit diesem unendlichen Feld vor mir: Es gibt viele Künstler die so ein Buch (oder mehrere) bereits führen und der Zauberbegriff darür lautet: Artists journal, Art journal, Journaling. Leider haben diese Begriffe keine Entsprechungen in der deutschen Sprache, sie würden eher fehl leiten oder einen falschen Eindruck vom Inhalt geben. Na vielleicht kann der Begriff: visuelles Tagebuch es einigermassen fassen, aber ein Tagebuch ist mir von der Assoziation zu wörterlastig. Versuchen wir es weiter: Skizzentagebuch, Bildertagebuch, Zeichentagebuch…

    Was genau ist also ein Artists Journal oder Art-Journal oder Skizzentagebuch. Es gibt heute am 15.04.2011 noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag darüber, auch wenn schon zahllose Bücher darüber (jedoch nur in englischer Sprache) erschienen sind. Im ersten Moment dachte ich, es ist so etwas ähnliches wie Scrapbooking. Aber das ist ein ungünstiger Vergleich, denn während ein Scrapbooker vorgefertigte Elemente und Stempel für die Verzierung von Bildern verwendet, ist ein Art-Journaller jemand, der eigene Bilder entwirft und nicht auf vorgefertigtes zurückgreift bzw. wenn doch, z.B. bei der Verwendung in einer Collage, diese künstlerisch wertvoll verarbeitet. Ein Scrapbooker ist somit eher ein Anwender, der fertige Bildchen irgendwo einklebt und ein Art-Journaler ist ein Designer, Künstler, Schöpfer. Entsprechend staune ich, wenn ich mir die Produkte von Art-Journalern betrachte. Der Umgang mit Wörtern, Buchstaben, Mustern, Layout, Zeichnungen – alles (weitestgehend) ohne die Stereotypie von Computerarbeit. Viele Art-Journals beinhalten Collagen, Schnipsel oder auch Fotos, die künstlerisch mit eingearbeitet werden. Sinn und Zweck ist es, die Welt und das Leben zu reflektieren. Danny Gregory schreibt dazu in seinem Buch „An Illustrated Life“, ein Buch in dem er die Artsists Journals von 50 verschiedenen Künstlern, Designern oder auch Laien vorstellt sinngemäß: „Es gibt Menschen, deren Leben sich verändert durch den simplen Umstand, daß Sie Ihr Frühstück in ein Buch gezeichnet haben.“ Ich finde, dieses Zitat bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Also jeder der Interesse daran hat, die Inspiration zu seinen Werken in seinem eigenen täglichen Leben zu finden, dem möchte ich dieses Thema und weiterführende Literatur ganz besonders ans Herz legen.

    Hier ein paar Eindrücke aus meinem aktuellen Skizzentagebuch, noch ohne viel Typografie:

    Zuschauer in einem Stadion

    Hund und Kind rennen

    Ich würde mich über Deine Meinung / Frage sehr freuen :-)